Aktuelle Projekte

MikroPlaTaS (2018-2020): MIKROPLASTIK IN TALSPERREN UND STAUBEREICHEN: SEDIMENTATION, VERBREITUNG, WIRKUNG; Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF).

Ziel des Teilvorhabens ist die Erfassung der direkten toxischen Wirkung von Plastikpartikeln auf meiobenthische Organismen. Zu diesem Zweck werden die Modelorganismen Caenorhabditis elegans und Pristionchus pacificus, beide dem Stamm der Nematoden zugehörig, in Laborexperimenten Mikroplastikpartikeln ausgesetzt und hinsichtlich ihrer Reaktion auf die Partikel untersucht. Durch die Verwendung von verschiedenen Partikelgrößen und Nematodenarten mit unterschiedlich weiten Mundhöhlen, soll die Bedeutung des Aufnahmepfads für die Wirkung der Partikel untersucht werden. Weiterhin soll die Rolle des Futters (Bakterien) und von Sedimentpartikeln für die Aufnahme und Wirkung der Partikel untersucht werden, um die Situation im natürlichen Habitat (Sediment, Biofilm) zu simulieren. Die Untersuchung der direkten Toxizität der Partikel in chronischen Expositionsszenarien soll es ermöglichen, die komplexen Ergebnisse aus Freiland und Modellökosystemen besser zu interpretieren.

Crack It (2018): Dosing for Controlled Exposure (DoCE): Dosing strategies for characterising in vitro dose-responses with increased relevance for in vivo extrapolation

In Crack It arbeitet Ecossa als Unterauftragnehmer der DTU Kopenhagen zusammen mit Prof. Philipp Mayer (DTU) daran, ein neues in-vivo Testsystem mit C. elegans zu entwickeln, mit dem es möglich ist mittels passiven Dosieren flüchtige Substanzen unter konstanten Expositionsbedingungen hinsichtlich ihrer Toxizität zu testen. Die erste Phase (Proof of concept: 1.1.-30.6.18) ist abgeschlossen. Ein Antrag auf Fortführung des Projekts wurde gestellt   

Untersuchung im aquatischen Biotest mit dem Nematoden Caenorhabditis elegans für die Bewertung der Ökotoxizität und Bioakkumulation von Umweltproben und -chemikalien (2016-2018); Auftraggeber: Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)

Sullied Sediments (2017-2020): Sediment Characterisation and Clean Up Pilots in Inland Waterways; Interreg Projekt im Nordsee-Region-Programm der EU; als Co-Beneficiary der HAW Hamburg; Auftraggeber: Europäische Union; http://northsearegion.eu/sullied-sediments/

 

Ein ökologisch bedeutungsvolles und kosteneffizientes Mikrokosmen-ˇTestsystem zur Bewertung des Risikos von umweltrelevanten Chemikalien für Bodenlebewesen (2017-2020); Auftraggeber: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU); Projektnr. 33600/01 

Böden strotzen vor (unauffälligem) Leben und gehören zu den am dichtesten besiedelten und biologisch vielfältigsten Lebensräumen auf diesem Planeten. Abgesehen vom intrinsischen Wert der Biodiversität sind die Bodenorganismen für eine Reihe von essentiellen Ökosystemdienstleistungen zuständig: Kohlenstofffixierung, Stickstoff- und Phosphorkreislauf, Wasserhaltekapazität, Entgiftung von Abfall. Aber diese Bodenlebensgemeinschaften können durch Schadstoffe gestört werden und, abhängig von Typ und Persistenz dieser Schadstoffe, können diese Schäden zu vernachlässigen oder aber irreversibel sein. Um die Auswirkungen von Schadstoffen zu bewerten, werden ökologisch relevante Methoden in der Risikoabschätzung benötigt. Allerdings ist die experimentelle Datenlage zur ökologischen Risikobewertung von Umweltchemikalien in terrestrischen Böden im Vergleich zum aquatischen Bereich relativ dünn. Dies liegt auch daran, dass zu wenige Testsysteme zur Verfügung stehen, um die Toxizität im Boden zu bewerten und um die Übertragbarkeit von Toxizitätsdaten aufs Freiland zu validieren. Im hier beantragten Projekt soll deshalb ein Mikrokosmen-Testsystem optimiert, validiert und standardisiert werden, mit dem es möglich ist, im Labormaßstab Wirkungen von umweltrelevanten Schasdtoffkategorien, wie z.B. Metalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Pestizide auf Nematodenlebensgemeinschaften zu untersuchen. Nematoden können als repräsentative Indikatoren für Bodenlebewesen verwendet werden, da diese abundante und artenreiche Organismengruppe in allen trophischen Ebenen des Bodennahrungsnetzes vertreten sind. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Material- und Personalaufwand und die damit verbundenen geringen Kosten des Testsystems. Durch den Vergleich der herkömmlichen morphologischen taxonomischen mit einer DNA-basierten, quantitativen  Community-Analyse, soll eine innovative Methode validiert werden, die es auch Nicht-Spezialisten (für Nematodentaxonomie) ermöglichen soll, das Testsystem anzuwenden. Dadurch soll das Testsystem einer breiten Anwenderschaft (Kontraktlaboratorien, Behörden, Industrie) zugänglich gemacht werden. Um das Mikrokosmen-Testsystem zu validieren, soll überprüft werden, wie die Nematoden verschiedener Bodentypen auf unterschiedliche Chemikalien reagieren. Verschiedene strukturelle und funktionelle Toxizitätsendpunkte werden hinsichtlich ihrer Empfindlichkeit zu verschiedenen Expositionszeitpunkten evaluiert. Dadurch sollen Kriterien festgelegt werden, um das Testsystem zu standardisieren und dadurch in seiner Aussage robust und verlässlich zu machen. Als Leistung wird dieses Projekt ein kostengünstiges und validiertes Mikrokosmentestsystem hervorbringen, das auch ohne spezifische taxonomische Expertise für die ökotoxikologische Wirkungsanalyse von Schadstoffen im Boden verwendet werden kann.